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Festivalzeit 2014

Die Zeit scheint immer schneller zu rennen, es ist schon wieder August, und aus meinem Plan dieses Jahr 2 Festivals zu besuchen wurde leider nichts. Aufs FM4 Frequency Festival in der Landeshauptstadt Niederösterreichs muss ich einfach wieder. Urlaub nicht für den Körper, aber für die Seele.

Festivals sind, wie schon mal geschrieben, nicht jedermanns Sache. Ohne Strom (Smartphone!), dafür eine Wanderung zu den nächsten Toiletten (dort immerhin Wasser), alles wichtige am Mann wegen der Diebstähle aus den Zelten, meistens kein richtiges Essen und viel zu wenig Schlaf... Wem das nichts ausmacht liebt es.

Langsam wird es ernst: Ein neues Zelt ist gekauft und probe-aufgebaut, Gummistiefel (hoffentlich nicht benötigt) im Keller gesucht, Anfahrt und Begleitung (durch meinen local Bro Gerrit Blog und viele coole Menschen in unserem "Camp") organisiert, und zur Einstimmung eine Spotify-Playlist mit meinen Favoriten-Bands angelegt.

Überhaupt Bands. 2014 gefällt mir persönlich das Lineup noch besser. Einige Bands die ich live schon (teils mehrmals) gesehen habe und ein paar die ich schon immer sehen wollte. NOFX, Ska-P, Placebo, Queens of the Stone Age und The Subways sind für mich als Konzertliebhaber alte Bekannte. Ich freue mich auch sehr auf Brody Dalle (ex-Distillers und Spinnerette), Blink 182, Jimmy Eat World und trotz komplett anderer Musikrichtung sogar Skrillex (es gab da ein einschneidendes Erlebnis spät nachts bei Rock im Park vor ein paar Jahren...).

Das Frequency sind eigentlich 2 Festivals, eines "normal" am Tag/Abend, dazu noch den Nightpark, der die ganze Nacht durch elektronische Musik beschallt wird. Wer mag und so viel Kondition hat kann also 18-20 Stunden am Tag Musik-Acts erleben (2013 habe ich das nur eine Nacht geschafft, dafür ordentlich). Dieses Jahr 2014 geht der Wahnsinn noch einen Tag länger, das Frequency startet an einem Mittwoch mit Bands, und läuft bis Sonntagmorgen. Kondition ist also gefragt.

Nicht nur die Musik, auch die Leute sind großartig. Im Vergleich zu deutschen Festivals erscheinen mir die Leute entspannter und lockerer, aber das ist rein subjektiv. Ich habe letztes Jahr unzählige lustige, coole und interessante Leute kennengelernt. Vor allem in "unserem Camp" mit den leiwandsten Leuten überhaupt, (wo ich zwar der Dorfälteste bin aber hoffentlich nicht zu sehr auffalle), aber auch überall auf dem Event. Man kommt einfach ins Gespräch, mal kurz und unsinnig am Bierstand, oder auch mal länger zb. vor den Bühnen. Wenn man gerade nicht mit hunderttausenden Menschen vor den Bühnen steht hat man Spass auf dem Campingplatz, trinkt viel Bier (ok das eigentlich immer), redet Unsinn über Gott und die Welt, chillt und freut sich einfach. Großartige Zeiten!

Und auch wenn man danach erst einmal eine heiße Dusche, ein Bett, warmes Essen und ein stilles dunkles Zimmer braucht: Es werden wieder wahnsinnig abgefahrene Tage, und ich freue mich wie ein kleiner Junge darauf. Und danach kommt der richtige Urlaub :-)

 

P.S. Dieses Jahr werde ich mich auch bemühen ein paar Fotos/Stories zu posten wenn ich zurück bin, hier ein paar aus 2013:

Der lokale Jugendsender + Namensgeber

Kunst?

Warten

Stimmung

Promo

Bühne

Camping-"Idylle"

Camping rund um die Traisen

Nicht ganz aufgeräumt

Habs dann doch gefunden

Angemessene Gefäßgröße ("Bradler")

The end

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Dubai

Von Dubai kannte ich bisher nur den Flughafen. Man wird meist sehr spät nachts sehr müde zusammen mit tausenden anderen Menschen durch die riesigen Duty Free Bereiche geschleust um mit Emirates zum jeweiligen Ziel weiter zu fliegen.

Allein der riesige Flughafen und die Menschenmassen aus aller Welt sind sehr eindrucksvoll. Subjektiv ist der Komplex mindestens so groß wie London Heathrow. Genügt den lokalen Ansprüchen aber nicht natürlich, man plant ja schon den "Dubai World Central Airport" neu zu errichten (bzw. hat schon begonnen). Und einkaufen im Duty Free Shop lohnt sich hier tatsächlich, wie die Stange (!) Zigaretten im Angebot für 6$ beweist (Für die Nichtraucher: Hier etwa 52€).

Die Stadt selbst ist eindrucksvoll aber wirklich überrascht wird man nicht. Man kennt das aus unzähligen TV-Reportagen. Burj-al-Arab (gähn), der Burj Khalifa (gähn mit Hals-Verrenkung), Glitzerhochhäuser am Rande der Wüste, die künstlichen Inseln in Palmenform, usw.

Die Dubai Mall, momentan größte Mall der Welt, kann man vermutlich nur füllen weil so ziemlich jede namhafte Modemarke einen eigenen Shop hat. Innen noch das größte Aquarium der Welt (tatsächlich eindrucksvoll mit riesigen Haien, Rochen, usw.), fertig ist das “Shoppingparadies”. Die Preise relativieren das Erlebnis aber sofort (entgegen der Werbung),  verglichen mit Preisen in Deutschland lohnt sich das wirklich nicht. Neben der Mall riesige Wasserspiele (die größten der Welt, größer als vom Bellagio in Las Vegas, bis zu 150m hoch), angrenzend noch das altbekannte momentan höchste Gebäude der Welt, Burj Khalifa .

Aquarium

In der Mall

Wasserspiele

Panorama

Burj Kalifa

Wasserspiele

In einer weiteren Riesenmall (Mall of the Emirates) gibt es eine Skihalle. Leider war ich viel zu erkältet um ein paar Runden zu drehen, hätte ich sehr gerne getan. Einfach nur um damit anzugeben in der Wüste Ski gefahren zu sein. Stattdessen drückte ich mir an den großen Fenstern die Nase platt.

Ein Angestellter (Araber oder Inder vermute ich), unglaublich dick in Daunenjacke und Mütze eingepackt so dass er fast wie ein Michelin-Männchen wirkte, warf von innen einen Schneeball an die Scheibe und lachte sich vor Freude kaputt. Ich lache winkend zurück, gönne ihm den Spaß von Herzen und sage leise “Mein Freund, wahrscheinlich warst Du noch nie auf einem richtigen Berg, das Lachen würde Dir sofort vorgehen..."

Skihalle

Skihalle

Man baut nebenbei eine nochmal doppelt so große Mall wie die derzeit Größte, diese befindet sich dann in einer neuen "Stadt in der Stadt" mit dem Namen DubaiLand. Hier werden auch die 7 Weltwunder nachgebaut werden... Apropos Projekte. Wenn die dritte von zwei momentan fertiggestellten Palmeninseln fertig ist, möchte man noch ein Inselchen mit der Größe Singapurs vor die Küste bauen. Man kann ihnen nicht vorwerfen dass sie keine Visionen haben dort... Aber wie man bei uns sagt: A bissl spinnen deans scho!

Zurück in die Stadt. Es gibt unzählige (seelenlose) Hochhäuser, die erwähnten berühmten Palmeninseln (die von innen, also von der Zufahrtstraße/eigenen Metro-Anbindung aus gesehen etwas an aufgekitschte Plattenbausiedlungen in pastellfarben erinnern), glänzende, teils sehr übertrieben designte Bürotürme (einer bspw. an Big Ben in London erinnernd), und abseits davon nur Wüste. Schöne breite Autobahnen mit reichlich Platz, Dimensionen wie in Los Angeles sind durchaus kein übertriebener Vergleich. Die “Altstadt” wurde wohl mehr oder weniger in Touristen-Bazar für Goldwaren und Touristen-Bazar für Gewürze und Tand umgestaltet, dort bin ich nur vorbeigefahren. Ich empfehle, um in kurzer Zeit viel sehen zu können, die bekannten Stadtrundfahrten im Doppeldeckerbus, die man auch hier oft sieht. Ist fast überall auf der Welt sinnvoll, wenn man nicht viel Zeit hat aber zumindest von außen viel sehen möchte.

Skyline

Skyline

Ich vermisste die Möglichkeit, die lokale Küche auszuprobieren. Bestimmt gibt es irgendwo in Dubai auch Restaurants mit einheimischer Küche, ich bin aber an keinem einzigen vorbeigekommen. Selbst im Hotel gab es nur "Pub-Food" (und klar, eine "Oktoberfest-Aktion", das hab ich mir erspart). In den Food Courts der Shopping Malls gibt es immerhin Läden die arabisches/libanesisches Fastfood servieren, und zwar erstaunlich gut. Kebab, gemischtes Grillfleisch, zartes Lamm (ich esse sonst kein Lamm, aber dieses war richtig gut),  Hummus, gegrilltes Gemüse usw. werden neben den uns hier bekannten amerikanischen Ketten serviert.

Fastfood-Kebab

Arab-Fastfood

Selbst Mitte Oktober war es wie erwartet noch schweineheiß, um die 35 Grad am Tag. Die Bushäuschen sind wirkliche geschlosse Häuschen und sind klmiatisiert, überhaupt sieht man kaum jemanden auf der Straße laufen. Bis auf die Touristen sitzt jeder im klimatisierten Auto, Taxi oder der eisigen Metro. Öl/Benzin ist tatsächlich billiger als Wasser in Flaschen, wenn ich mich erinnere waren es umgerechnet für den Liter Super 0.32€. (Edit: Scheint mittlerweile auf 0.44€ gestiegen zu sein) Trotz Wüste gibt es riesige Wasserparks, die ich gerne mal ausprobiert hätte. Außerdem eine sehr moderne Metro, die teilweise als Hochbahn, teilweise unter der Erde verkehrt und nicht teuer ist.

Skyline mit Metro

Im Vordergrund die Klima-Bushäuschen

Der Führer beim Wüstenausflug (im Oldtimer-Jeep, wirklich nett und tausendfach vor Ort buchbar), tatsächlich ein gebürtiger Dubaier (Ausländeranteil etwa 85%), erzählt Interessantes. Ich bin wahrlich kein Öko-Aktivist, aber dass laut ihm der ganze Strom für diese riesige gekühlte Glitzerwelt fast ausschließlich aus Öl gewonnen wird, hat sogar mich überrascht. Man denkt zwar so weit, hier ein riesiges Utopia für die Zeit nach dem Öl zu errichten, aber dass in einem Wüstenstaat die Sonne rund ums Jahr kostenlos scheint und riesige Flächen vorhanden wären für die Stromgewinnung, spielt keine Rolle.

Oldtimer und 2 alte Jeeps

Wüste

Wüste

Oryx

Wüsten-Pano

Wüsten-Sunset

Ein bisschen erinnert mich das Ganze an Las Vegas, nur ohne den Spaß. Alles pompös, riesig, modern, aber eben lieblos in die Wüste geklatscht. Glaubensbedingt gibt’s Alkohol nur in den Hotels, und natürlich weder Glücksspiel noch Prostitution oder sonstige Laster, wegen derer Las Vegas so berühmt geworden ist. Glücklicherweise aber auch keine nennenswerte Kriminalität. Mögliche Gründe dafür: Die Gehälter sind angeblich relativ ansehnlich, die Herrscherfamilie, allem voran der omnipräsente Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum (Bilder von ihm sieht man an jeder Straßenecke) sorgt für medizinische Versorgung, und sollte ein Ausländer kriminell werden wirft man ihn aus dem Land.

Mein Fazit: Dubai ist durchaus sehenswert, aber ein paar Tage genügen. Irgendwie seelenlos dort. Ein Gefühl wie ich es auch von bestimmten Ecken in Berlin kenne, z.b. am Potsdamer Platz: Alles groß und modern und sauber und Glitzer und so, aber irgendwie kalt.

Nochmal werde ich wohl nicht nach Dubai reisen (ausser zum Flugzeug-Wechsel ;-) )

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